Beerenzeit im Moor

Vom Sommer bis zum Herbst ist Beerenzeit im Moor. Wer jetzt mit wachsamen Augen durch den Wald streift kann die bunten „Perlen“ entdecken, und einige davon sogar vernaschen. (Aber Achtung: Beeren vor dem Essen unbedingt gut abwaschen, es besteht sonst die Gefahr sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren!)
Den Beginn der bunten Beerenzeit macht, ab etwa Juli, die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), die in den Waldviertler Wäldern sehr häufig ist. Beinahe jedes Kind kennt sie, die kleinen blauen Beeren, die Zunge und Zähne herrlich blau färben. Vor allem in bodensauren, lichten (Moor-)Wäldern gedeiht der bis etwa 50 cm große Zwergstrauch gut und kann flächendeckende Bestände ausbilden. Heidelbeere

Heidelbeere

 

Heidelbeerwald

Flächendeckender Heidelbeer-Unterwuchs

 

Ein auf den ersten Blick ähnlicher Zwergstrauch, der oft gemeinsam mit der Heidelbeere vorkommt, ist die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), im Waldviertel auch „Krankerl“ genannt. Die Ähnlichkeit verschwindet jedoch spätestens mit den ersten heranreifenden Beeren, die sich bei der Preiselbeere rot färben. Bei genauerer Betrachtung erkennt man jedoch auch im beerenlosen Zustand deutliche Unterschiede zwischen den beiden Sträuchern: Während die Heidelbeere ihre Blätter im Winter verliert, bleiben sie bei der Preiselbeere am Strauch, sie ist wintergrün, die Blätter sind fester und ledriger und haben eine glänzende Oberseite.

Preiselbeere

 Preiselbeere

 

Etwas spezieller, und weniger bekannt, sind jedoch zwei andere Sträucher, bei denen es sich um typische Moorbewohner handelt: die Moos- und die Rauschbeere.
Die Moosbeere (Vaccinium oxycoccus) ist eine kleine, relativ unscheinbare Pflanze, mit kriechenden Trieben, die häufig zwischen bzw. auf Torfmoosen wächst, und im beeren- und blütenlosen Zustand nur aufmerksamen Beobachtern auffällt. Die rosa Blüten im Frühsommer, sowie die leuchtend roten Beeren im Herbst, verleihen jdoch vielen Moorflächen auffällige Farbakzente. Wie ihr Lebensraum, das Hochmoor, so ist auch die Moosbeere heute stark gefährdet und in Österreich eine Rote-Liste-Art.

Moosbeere

Unreife Moosbeeren

 

Auch die vorher schon kurz erwähnte Rauschbeere (Vaccinium uliginosum) ist eine relativ seltene, schützenswerte Besonderheit, die charakteristisch für Moorgebiete ist. Auf den ersten Blick sehen sowohl der Strauch als auch die Beeren der Heidelbeere zum Verwechseln ähnlich. Im Vergleich wird jedoch deutlich dass die Blätter der Rauschbeere vorne nicht spitz zulaufen sondern eher abgerundet sind, und eine blaugraue Färbung aufweisen. Ein unverkennbares Merkmal sind jedoch die Beeen selbst, die zwar äußerlich gleich aussehen, sich von jenen der Heidelbeere aber deutlich durch ihr helles Inneres unterscheiden. Ihren Namen verdankt die dunkle Beere übrigens einem alten Irrglauben, demzufolge der Verzehr dieser Beere rauschartige Zustände und Halluzinationen auslöst. Spätere Untersuchungen zeigten dass diese Symptome jedoch nicht von der Beere an sich, sondern durch einen, auf manchen dieser Früchte vorkommenden, Pilz verursacht werden.

Rauschbeere

Rauschbeere

 

Vergleich Rausch-Heidelbeere

Vergleich Rauschbeere (unten im Bild) – Heidelbeere (oben im Bild)

 

 Zum Schutz von Natur und der eigenen Gesundheit gibt es für den Genuss von Beeren und Früchten jedoch einige Regeln, die unbedingt beachtet werden sollten:
– nur Früchte und Beeren essen die man mit absoluter Sicherheit erkennt
– Beeren und Früchte vor dem Verzehr immer gründlich waschen, es besteht sonst die Gefahr sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren
– seltene und geschützte Pflanzen nicht abreißen, pflücken oder zerstören
– gepflückt werden sollt nur für den Eigenbedarf, und nur so viel wie auch gebraucht wird
– gegebenenfalls gesetzliche Beschränkungen oder Vorschriften beachten, zum Beispiel in Naturschutzgebieten

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